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Q&A IMPACTPaperRec

IMPACTPaperRec / Q&A IMPACTPaperRec

Warum wurde IMPACTPapeRec ins Leben gerufen?

IMPACTPaperRec ist ein europäisches Projekt zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft durch die Förderung und stetige Verbesserung der Getrenntsammlung von Altpapier mit dem Ziel Deponielagerung und Müllverbrennung zu vermeiden.

Derzeit werden in der EU 91 Millionen Tonnen Papier, Pappe und Karton pro Jahr produziert. Der Verbrauch von Papier, Pappe und Karton liegt bei 82 Millionen Tonnen. 58 Millionen Tonnen Altpapier werden von Haushalten, Handel, Industrie und Büros, gesammelt. Daraus ergibt sich eine Altpapierrecyclingquote von 71,7 %. Der Anteil des Altpapiers im Rohstoff-Mix der Europäischen Papierindustrie hat sich von 25 Millionen Tonnen im Jahr 1991 auf 47 Millionen Tonnen im Jahr 2014 erhöht.

Diese Steigerung der Altpapierrate hat allerdings nicht in allen EU-Staaten stattgefunden. Dies gilt insbesondere für die mittel- und osteuropäischen Länder. Darüber hinaus erfüllt die Qualität des gesammelten Materials nicht immer die Anforderungen für das Papierrecycling. Ohne zusätzliche Maßnahmen werden diese beiden Tatsachen es schwierig machen, den Trend einer ansteigenden Getrenntsammlung von Altpapier, der in den vergangen Jahren zu beobachten war, beizubehalten.

Wie wird es finanziert?

Das Projekt wird durch das Horizont 2020-Programm der Europäischen Union finanziert und läuft ab Februar 2016 über einen Zeitraum von zwei Jahren bis Januar 2018.

Wer sind die Partner?

IMPACTPapeRec ist ein Konsortiumbestehend aus 19 Partnern aus acht Ländern, d.h. Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Österreich, Polen, Rumänien und Spanien. Der innovative Ansatz, der eine partizipativ definierte Strategie zur Getrenntsammlung von Altpapier für ein effektives Recycling vertritt, basiert auf dem Bekenntnis der gesamten Papier-Wertschöpfungskette: Forschungseinrichtungen (ITENE und PTS), große Papierunternehmen (Saica, Hamburger Recycling, Stora Enso), große Entsorgungsunternehmen (Tega), ein großes europäisches Einzelhandelsunternehmen (Carrefour), repräsentative KMU Gruppen (PROPAKMA, Fenix Dupnica), Kommunen (ACR +, Sfantu Gheorge, Mihai Viteazu, Dupnitsa, Mezdra, Trivalis), das Deutsche Institut für Normung (DIN), ein System der erweiterten Herstellerverantwortung (Ecofolio), die Interessensvertretung der europäischen Papierindustrie (CEPI) und einer Nichtregierungsorganisation (EEB). Die Partner repräsentieren einen klaren Ausgleich entlang der Wertschöpfungskette.

Was ist das Ziel des Projekts?

IMPACTPapeRec soll die Getrenntsammlung von Altpapier weiter verbessern und die entsprechende Deponielagerung und Müllverbrennung zu vermeiden.

Das Hauptziel ist es, Europa an die Spitze der Altpapiersammlung zu bringen. Dies soll durch die Bereitstellung einer innovativen, gemeinsamen Wissensplattform erreicht werden, die aktuelle und zukünftige Kooperationen ermöglichen soll. Das Projekt wird Analysen und Gute Beispiele für Altpapiersammlung und entsprechende Bewertungsverfahren unter Berücksichtigung der besonderen örtlichen Bedingungen liefern. Diese Beispiele sollen zuverlässige Entscheidungen fördern und durch die Verbesserung der Papiersammlung in den Kommunen Lösungen für Entscheider bei der Beschaffung und Lieferung von Altpapier in Europa anbieten.

IMPACTPapeRec will als gemeinsame Kontaktstelle der europäischen Industrie zum Thema Altpapiersammlung agieren und zwar durch die Bündelung und Verbreitung von Informationen und die Vernetzung von Interessengruppen aus der Wertschöpfungskette zum Austausch von Ergebnissen, Erkenntnissen und Erfahrungen. Um die Entwicklung und Förderung von Guten Beispielen in der Altpapiersammlung zu verbessern, werden eine gemeinsame Evaluierung und Benchmarking-Methoden benötigt.

Auf welche Länder konzentriert sich das Projekt?

Das Projekt konzentriert sich auf Länder mit unterdurchschnittlichen Papierrecyclingraten, wie Bulgarien, Polen und Rumänien, sowie auf Länder, wo Papier aus Haushalten, Einzelhandel und Büros oft gemischt mit anderen Wertstoffen gesammelt wird, wie es beispielsweise in Frankreich und Großbritannien der Fall ist. Es wird ein Handbuch der Guten Beispiele entwickelt, um die verschiedenen Regionen der EU bei der Umsetzung der besten Sammlungsverfahren zu unterstützen.

Was ist Altpapier?

Altpapier ist „gebrauchtes Papier, Pappe und Karton, das getrennt gesammelt und sortiert in Übereinstimmung mit dem DIN Standard EN 643:2014-11 Papier, Karton und Pappe – Europäische Liste der Altpapier-Standardsorten“.

Warum sollte man Papier recyceln?

Da es aus ökonomischer und ökologischer Sicht sinnvoll ist. Papierrecycling wird von der Öffentlichkeit als der effektivster Weg wahrgenommen, um die Umweltauswirkungen von Papiernutzung zu verringern. Für die Industrie sind recycelte Fasern eine unverzichtbare Quelle für Rohstoffe. Damit wird auch dieRessourceneffizienz der Industrie unterstützt. Für Kommunen reduzieren Getrenntsammlung und Papierrecycling Abfälle, die verbrannt oder sogar deponiert werden müssen.

Wieviel Papier wird in der EU recycelt?

Europa ist im Bereich des Paperirecyclings weltweit führend. 72 % unseres Papiers wird heute recycelt. Dies bedeutet, dass mehr Recycling-Fasern von Europas Papierherstellern als Rohstoff verwendet werden. 1992 betrug der Altpapieranteilan den Rohstoffen 35 % im Vergleich zu 51 % Faserholz. Im Jahr 2014 waren 46 % der Rohstoffe Altpapier und 39 % waren Faserholz.

Warum ist die Getrenntsammlung vorzuziehen?

Seit vielen Jahren hat die Papierindustrie hart gearbeitet, um die Qualität der Altpapiersammlung zu verbessern. Die Getrenntsammlung erhöht die Quantität und Qualität des Altpapiers. Darum sollten alle Akteure – auch die Haushalte – verstehen, dass sie es nicht mit Müll, sondern mit einem Sekundärrohstoff zu tun haben und sich damit auch der Verantwortung bewusst sein, die dies impliziert. In einigen Ländern werden alte Zeitungen und Zeitschriftensammeln aus Haushalten getrennt von Papier und Pappe gesammelt. Manchmal wird alles Papier zusammen gesammelt. Entscheidend ist, dass Altpapier und Pappe getrennt von anderen recycelbaren Materialien, und natürlich getrennt von Restabfällen, gesammelt werden.

Wer führt die Papiersammlung durch?

Rein rechtlich haben die Kommunen die Verantwortung für die Müllentsorgung und sind daher oft die Eigentümer der Abfälle. Um ihre Recyclingziele zu erreichen, kooperiert die Papierindustrie mit den Kommunen, Altpapiersammlern, Müllentsorgern, Verlegern und Verpackungsherstellern. Die neue Abfallrichtlinie hat die Mitgliedstaaten zur Getrenntsammlungen ab dem Jahr 2015verpflichtet. Dies gilt unter anderem für Papier.

Wie funktioniert die Papierrecyclingskette?

Um das reibungslose Funktionieren des Recyclings zu gewährleisten, muss die ganze Wertschöpfungskette von Papier einbezogen werden. Die Verbraucher müssen über ihre Rolle in der Wertschöpfungsschleife informiert werden. Die Gemeinden müssen über gut funktionierende Abfallwirtschaftssysteme verfügen. Die Entsorgungsunternehmen sowie Altpapierhändler tragen zur Erhöhung der Quantität und Qualität des verfügbaren Altpapiers bei. Schließlich wird das Material in einer Fabrik für recycelte Zellstoffe und Papier verarbeitet.

Gibt es Grenzen beim Altpapierrecycling?

Eine Faser kann mehrmals wiederverwendet werden, allerdings nicht unbegrenzt. Je nach Papierqualität, gibt es deshalb einen kontinuierlichen Bedarf dem Altpapier Papierprodukten aus frischen Fasern zu beizumischen. Der Anteil von Papier, das aus technischen Gründen nicht gesammelt und nicht recycelt werden kann, wird, z.B. bei Bibliotheken, Archiven, Hygienepapier etc, auf 21 % des gesamten Papier- und Pappverbrauchs geschätzt. Folglich betrüge die theoretisch maximale Sammelquote 79 % statt 100 %. Je mehr man sich dieser Schwelle nähertum so weniger Vorteile können daraus gezogen werden (langer Transport, keine Skaleneffekte, etc.). Viele Länder haben diese Schwelle bereits erreicht. In Europa wird jede Faser Papier 3,5 mal recycelt.

Wofür wird recyceltes Papier genutzt?

Die Papierindustrie ist der größte Recyclingbetrieb in Europa. Altpapier eignet sich besonders für Zeitungspapier und Verpackungen, aber auch Feinpapiere können aus Recyclingfasern hergestellt werden. Für einige Publikationen und Verpackungsanwendungen von höherer Qualität kann beispielsweise nur Altpapier in Top-Qualität verwendet werden kann, das aber nicht in großen Mengen verfügbar ist.

Altpapier wird häufig für die Produktion von Zeitungspapier verwendet. Für 95,4 % des Zeitungspapiers wurde im im Jahr 2014 Altpapier benutzt. Ein anderer Hauptnutzer von Altpapier ist der Verpackungsbereich: 74,4 % des gesamten Volumens,wovon insbesondere Wellpapier allein fast die Hälfte des Altpapierbestands nutzt (= 23 Millionen Tonnen).

Die Nutzungssrate bei Haushalts- und Hygienepapier beträgt immer noch über 41,4 %, ist aber in den vergangenen Jahren gesunken. Die wichtigste Erklärung hierfür ist der zunehmende Verbrauch von weichen Hygieneprodukten. Die Weichheit wird effizienter durch Nutzung von Rohfasern erreicht.

  • Verpackung: 74,4 % der gesamten Volumen, besonders RS Materialien, die allein fast die Hälfte des Bestands PfR nutzen (= 23 Millionen Tonnen).
  • Die Verwendungsrate bei den Haushalts- und sanitären Papieren ist immer noch über 41,4 % aber von höheren Ebenen in den letzten Jahren gesunken. Die wichtigste Erklärung hierfür ist der Verbraucher zunehmend Wahl für weiche Hygieneprodukte. Weichheit ist effizienter durch Nutzung der Rohfasern erreicht.

Die frischen Fasern in Zeitschriften und anderen hochwertigen Papierprodukten sind erforderlich, um die Altpapierqualität zu verbessern. Sie dienen einem funktionierenden Papierkreislauf.

Was kann ich als Privatmensch tun, um Recycling zu unterstützten?

Papierrecycling aktiv zu unterstützen, beginnt mit Ihrer Kaufentscheidung im Geschäft. Wählen Sie wiederverwertbare Produkte und befolgen Sie zuhause die Entsorgungsempfehlungen auf den Produkten. Sie können auch Ihre Kommune kontaktieren, die Ihnen Informationen über das Abfallentsorgungssystem in Ihrer Region geben kann und Sie darin beraten wird, wie Sie sicherstellen können, dass das von Ihnen benutzte Papierrecycelt wird.

Was kann eine Kommune tun, um Recycling zu verbessern?

Das wichtigste, was eine Gemeinde tun kann, um das Papierrecycling zu erhöhen, ist ein System zur Getrenntsammlung von Altpapier für Bürger und Unternehmen bereitzustellen. Gemeinden können Bürger und Unternehmen wertvolle Informationen zum Thema Papierrecycling liefern, um die Aufmerksamkeit zu erhöhen und ihren Mitbürgern die Bedeutung von Papierrecycling aufzuzeigen.

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